Honigetiketten drucken lassen kostet bei zwei unabhängigen Anbietern für 500 Stück 73,42 € beziehungsweise 75,00 € — rund 0,15 € pro Etikett (Stand August 2026). Selbst drucken ist erlaubt, aber an eine Bedingung geknüpft: Der Druck muss dauerhaft und unverwischbar sein. Das verlangen gleich drei Rechtsakte.
Die Preisfrage ist damit schnell beantwortet. Die interessantere Frage kommt danach: Ab welcher Menge lohnt sich der Druckauftrag überhaupt, und was muss ein selbstgedrucktes Etikett aushalten, damit es die Kennzeichnungspflichten erfüllt? Dieser Beitrag beantwortet beides mit Zahlen der Anbieter und mit dem Wortlaut der Vorschriften — nicht mit Bauchgefühl.
Was kostet ein Honigetikett in der Druckerei wirklich?
Der Blick in zwei Preislisten zeigt einen erstaunlich engen Korridor. Der Online-Drucker flyerpilot rechnet in seinem Konfigurator ein konkretes Beispiel durch: ovales Honigetikett 100 × 70 mm, Recycling-Material Sable-Blanc abwaschbar, vierfarbig in CMYK, auf Rolle mit 40 mm Kern, Standardlieferung Deutschland, alle Preise brutto inklusive Mehrwertsteuer.
| Auflage | Gesamt brutto | Stückpreis |
|---|---|---|
| 250 Stück | 67,69 € | 0,27 € |
| 500 Stück | 73,42 € | 0,15 € |
| 1.000 Stück | 89,90 € | 0,09 € |
| 2.500 Stück | 158,40 € | 0,06 € |
| 5.000 Stück | 269,00 € | 0,05 € |
Die Mindestmenge liegt bei diesem Anbieter bei 250 Stück, der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos. Wichtig ist der Hinweis, den die Seite selbst gibt: Andere Materialien, Größen oder Veredelungen verändern den Preis. Die Leiter oben ist also ein Anbieter-Beispiel, kein Marktpreis.
Genau deshalb lohnt der Gegencheck bei einem zweiten Haus. etiketten-drucken.de wirbt mit Honigetiketten „ab 1 Stück“ und ausdrücklich mit „keine Mindestmenge“. Für 500 Stück nennt die Seite „ab 0,15 Euro brutto pro Etikett“ und „75,00 Euro Gesamtpreis bei Standardausführung“, Versand innerhalb Deutschlands ebenfalls kostenlos, auf Wunsch auch mit Gewährverschluss.
Zwei unabhängige Anbieter, dieselbe Auflage, 73,42 € gegen 75,00 €. Wer also wissen will, was ein Honigetikett kostet, hat mit rund 0,15 € pro Stück bei 500 Etiketten eine belastbare Hausnummer — solange man beim Standard bleibt und nicht auf Sonderformate, Prägung oder Metallic-Effekte geht.
Ein dritter Anbieter zeigt, wo der Einstieg beginnt: Avery Zweckform nennt für kleinere Auflagen einen Einstiegspreis „ab 13,90 €“. Das ist kein Vergleichswert zu den 500er-Paketen oben, sondern der Hinweis darauf, dass es auch unterhalb der klassischen Druckerei-Auflagen ein Angebot gibt.
Ab welcher Auflage lohnt sich der Druckauftrag?
Hier steckt der Denkfehler, den die Preisleiter fast provoziert. Man sieht 0,05 € bei 5.000 Stück und denkt: je mehr, desto besser. In Wahrheit ist die spannende Stelle ganz am Anfang der Leiter.
Stellt man die beiden kleinsten Auflagen bei flyerpilot nebeneinander — 67,69 € für 250 Stück gegen 73,42 € für 500 Stück —, kostet die doppelte Menge kaum mehr als die einfache. Diese Gegenüberstellung ist eine eigene Beobachtung an zwei belegten Anbieter-Zahlen, keine Aussage des Druckers. Sie macht aber sichtbar, was in jeder Druckerei-Kalkulation steckt: Bezahlt wird vor allem die Einrichtung der Maschine, nicht das Papier.
Für den Imker heißt das dreierlei.
Erstens: Die kleinste Auflage ist pro Stück fast immer die schlechteste Rechnung. Bei 250 Stück liegt der Stückpreis laut Preisliste bei 0,27 €, bei 500 Stück bei 0,15 €. Wer ohnehin absehbar zwei Chargen im Jahr auszeichnet, fährt mit der größeren Auflage besser.
Zweitens: Ein Etikett, das sich ändert, ist teurer als eines, das bleibt. Alles, was auf dem gedruckten Etikett fix steht, legt dich für die ganze Auflage fest. Ein bewährter Weg ist deshalb: Sorte, Adresse und Design drucken lassen, Charge und Mindesthaltbarkeitsdatum separat auftragen — per Stempel, kleinem Aufkleber oder Deckeletikett. Wie die Losnummer aufgebaut sein muss und wann sie über das MHD entfallen kann, steht im Beitrag Loskennzeichnung im Hofladen.
Drittens: Wer unter 250 Stück braucht, muss den Anbieter wechseln, nicht die Menge erhöhen. Der Weg über einen Anbieter ohne Mindestmenge ist bei Kleinstmengen sinnvoller, als 250 Etiketten zu bestellen und 200 davon im Schrank altern zu lassen — besonders, wenn Design oder Adresse noch nicht endgültig sind. Das betrifft vor allem Imker, die nur gelegentlich und privat verkaufen — was dabei steuerlich und gewerberechtlich gilt, erklärt der Imker-Ratgeber Honig verkaufen privat ohne Gewerbe und Steuer.
Darf ich Honigetiketten überhaupt selbst drucken?
Ja. Eine Vorschrift, die den Druck im Haus verbietet oder eine Druckerei vorschreibt, gibt es nicht. Es gibt allerdings drei voneinander unabhängige Vorschriften, die an das Ergebnis eine Anforderung stellen — und die trifft der Drucker, nicht der Text.
Die LMIV. Artikel 13 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 verlangt, dass verpflichtende Informationen „an einer gut sichtbaren Stelle deutlich, gut lesbar und gegebenenfalls dauerhaft anzubringen“ sind. Die Verordnung gilt unmittelbar in Deutschland und Österreich.
Die Los-Richtlinie. Artikel 4 der Richtlinie 2011/91/EU sagt zur Losangabe: „In jedem Fall wird sie gut sichtbar, deutlich lesbar und unverwischbar angebracht.“ Artikel 2 kennt Ausnahmen, unter anderem für Verpackungen oder Behältnisse, deren größte Seitenfläche weniger als 10 cm² misst — ein normales Honigglas fällt nicht darunter.
Die Fertigpackungsverordnung. § 38 Absatz 1 FPackV verlangt, die Fertigpackung „nach Maßgabe der Absätze 2 bis 6 leicht erkennbar, deutlich lesbar und unverwischbar“ zu kennzeichnen — das betrifft die eichrechtlichen Angaben, allen voran die Nennfüllmenge. Damit steht dasselbe Wort ein drittes Mal da, diesmal für die Mengenangabe. § 38 FPackV ist deutsches Eichrecht; für Österreich haben wir die entsprechende Regelung nicht geprüft — dort im Zweifel selbst prüfen oder beim Eichamt nachfragen.
Dreimal derselbe Gedanke aus drei verschiedenen Rechtsakten: Das Etikett muss lesbar bleiben, solange die Ware im Verkehr ist. Und genau deshalb ist die Wahl des Druckwegs keine Geschmacksfrage. Ein Etikett, dessen Zutaten- oder Chargenangabe sich am beschlagenen Glas verwischen lässt, erfüllt seinen Zweck nicht mehr — unabhängig davon, wie sauber der Text formuliert war.
Praktisch heißt das: Nicht das Gerät allein entscheidet, sondern die Kombination aus Druckverfahren, Etikettenmaterial und Kleber. Welches Verfahren am nassen Glas hält, welche Tintenart bei Kondenswasser verläuft und wann ein Folienetikett Pflichtprogramm statt Luxus ist, ist im Etikettendrucker-Ratgeber für den Hofladen im Detail aufgedröselt — dort steht auch die Abwägung zwischen Rolle und A4-Bogen.
Ein einfacher Praxistest vor der Serie: Ein fertig gedrucktes Etikett aufs Glas kleben, das Glas in den Kühlschrank stellen, nach ein paar Stunden mit dem feuchten Daumen fest über Charge und MHD wischen. Was danach noch lesbar ist, taugt für den Verkauf.
Warum reichen 1,2 mm bei der Füllmenge auf dem Honigglas nicht?
Das ist der Fehler, der bei der Druckfreigabe am häufigsten auffliegt — und er entsteht, weil auf demselben Etikett zwei verschiedene Größenregeln gelten.
Die erste kennen die meisten: Nach Artikel 13 Absatz 2 LMIV brauchen die Pflichtangaben eine Schriftgröße mit einer x-Höhe von mindestens 1,2 mm; bei Verpackungen, deren größte Oberfläche kleiner als 80 cm² ist, reichen nach Absatz 3 0,9 mm. Die x-Höhe ist die Höhe eines kleinen x, nicht die Punktgröße aus dem Layoutprogramm. Wie du sie am Bildschirm und am gedruckten Etikett nachmisst, zeigt der Beitrag zur 1,2-mm-Regel.
Die zweite Regel gilt zusätzlich und betrifft nur eine einzige Angabe: die Nennfüllmenge. Die volle Staffel nach § 38 Absatz 2 FPackV — 2 mm, 3 mm, 4 mm, 6 mm je nach Füllmenge — steht mit allen Details zu Einheiten, e-Zeichen und Minusabweichung im Beitrag zur Nettofüllmenge auf der Fertigpackung. Für das 250-g- und 500-g-Honigglas gilt die Stufe „mehr als 200 bis 1000“: 4 mm.
Beide Werte sind Mindestmaße und gelten nebeneinander: Wer die Füllmenge auf 4 mm setzt und die übrigen Pflichtangaben auf mindestens 1,2 mm x-Höhe, erfüllt beide. Der Fehler entsteht, wenn das ganze Etikett auf die kleinere Zahl gesetzt wird — dann ist die Füllmenge zu klein.
Eine Sonderregel für Direktvermarkter steht in § 38 Absatz 7 FPackV: Wer Fertigpackungen überwiegend von Hand herstellt und unmittelbar verkauft, darf die Nennfüllmenge auch durch ein Schild auf oder neben der Fertigpackung angeben.
Für den Druckauftrag folgt daraus eine simple Prüfroutine: Bevor die Datei rausgeht, die Füllmenge im Layout ausmessen — nicht die Schriftgröße in Punkt ablesen, sondern die tatsächliche Zeichenhöhe im Druck. Eine Korrektur nach Auslieferung kostet die komplette Auflage.
Was kostet der Etikettendruck für Imker in Österreich zusätzlich?
Für österreichische Imker steckt ein Kostenblock an einer Stelle, die in keiner Stückpreis-Tabelle auftaucht: im Versand. Deutsche Anbieter liefern innerhalb Deutschlands oft kostenlos — über die Grenze gilt das nicht automatisch.
Avery Zweckform legt seine Staffel offen: Standardversand ab 4,95 € nach Deutschland, ab 6,95 € nach Österreich und 9,95 € in die Schweiz. Beim Express werden daraus ab 14,95 € (Deutschland) und ab 23,95 € (Österreich). Zur versandkostenfreien Grenze macht die Seite zwei verschiedene Angaben — an einer Stelle „Kostenloser Versand ab 69 € Bestellwert (Deutschland und Österreich)“, an anderer „Bei Bestellungen über 59 € ist die Lieferung nach Deutschland und Österreich kostenlos“. Vor der Bestellung also im Warenkorb gegenprüfen.
Diese Grenze ist der eigentliche Hebel. Wer eine kleine Auflage bestellt — der genannte Einstiegspreis liegt bei „ab 13,90 €“ —, bleibt klar darunter und zahlt den Versand voll mit. Bei einer 250er-Charge kann der Versand damit spürbar am Stückpreis drehen, während er bei einer Jahresauflage kaum noch auffällt.
Daraus ergibt sich für Imker in Österreich eine nüchterne Rechnung: Entweder man bündelt die Bestellung so, dass sie über die versandkostenfreie Grenze kommt, oder man holt zusätzlich ein Angebot bei einer Druckerei im eigenen Land ein. Bei kleinen Auflagen kann der lokale Betrieb den Preisnachteil über den Versand wieder aufholen — inklusive kurzer Wege bei einer Korrekturschleife.
Was am Etikett selbst in Österreich anders ist — Bezeichnung, Herkunftsregel und die Fundstellen im RIS —, steht im eigenen Beitrag zu Honigetiketten in Österreich. Für den Druckauftrag zählt hier nur: Erst den Inhalt festzurren, dann die Auflage bestellen.
Wie lange dauert der Druck — und was muss vorher fertig sein?
Die Lieferzeiten liegen bei den Anbietern offen. flyerpilot nennt 4 bis 7 Werktage als Standard und bietet zusätzlich 48h-Express und 24h-Overnight an. Avery Zweckform nennt 1 bis 3 Werktage für Bogen und Einzelaufkleber, aber 5 bis 7 Werktage für Rollenware. Wer im Sommer schleudert und die Gläser für den Markt am Wochenende braucht, plant also besser mit der Rollen-Zeitschiene als mit der Express-Option.
Vor der Bestellung sollte der Inhalt stehen. Ein Druckauftrag friert das Etikett für die gesamte Auflage ein — anders als beim Selbstdruck lässt sich ein vergessenes Feld nicht mit dem nächsten Bogen nachliefern.
Die Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt:
- Inhalt festlegen. Bezeichnung, Ursprungsland, Nettofüllmenge, MHD, Los sowie Name und Anschrift. Die vollständige Herleitung mit Fundstellen steht im Grundlagen-Artikel Honigetiketten erstellen.
- Variables abtrennen. Charge und MHD gehören auf ein separates Feld oder einen eigenen kleinen Aufkleber, sonst bindet jede neue Charge eine neue Auflage.
- Größen messen. 1,2 mm x-Höhe für die Pflichtangaben (LMIV, EU-weit), 4 mm Schriftgröße für die Füllmenge beim 250-g- und 500-g-Glas (Deutschland, § 38 Abs. 2 FPackV).
- Format wählen. Welche Etikettengröße zum Glas passt, sagt der Anbieter: Avery Zweckform nennt beispielsweise 99,1 × 57 mm für 500-g-Gläser (im selben Block außerdem Ø 60 mm und ein Frischesiegel 50 × 100 mm) und 125 × 35 mm für 250 g.
- Freigeben. Erst wenn Punkt 1 bis 4 sitzen, geht die Datei raus.
Für Schritt 1 bis 3 muss niemand mit dem Lineal im Layoutprogramm anfangen: Der Honig-Etiketten-Generator von Hofwerk erzeugt das druckfertige PDF in echter Größe und führt dabei durch die Pflichtangaben nach LMIV, mit Rechtsquelle je Angabe — ohne Anmeldung ausprobieren, das druckfertige PDF gibt es mit dem kostenlosen Konto, gratis ist ein Etikett pro Kalendermonat; bis zu zwei fertige Honig-Etiketten kannst du im Konto ablegen und später weiterbearbeiten. Ohne Konto verlässt du dich auf den Zwischenspeicher deines Browsers — sichere das PDF also gleich, bevor du es an die Druckerei gibst.
Kurz zusammengefasst
Drucken lassen kostet bei 500 Etiketten rund 0,15 € pro Stück; zwei Anbieter liegen mit 73,42 € und 75,00 € nah beieinander (Stand August 2026, Preise ändern sich). Die kleinste Auflage ist pro Stück die teuerste, weil die Einrichtung bezahlt wird und nicht das Papier. Selbst drucken bleibt erlaubt — Artikel 13 LMIV, Artikel 4 der Richtlinie 2011/91/EU und § 38 FPackV (deutsches Eichrecht) verlangen aber übereinstimmend einen dauerhaften beziehungsweise unverwischbaren Druck, und das entscheidet über Gerät, Material und Kleber. Der häufigste Fehler in der Druckfreigabe ist keine dieser Grundsatzfragen, sondern die Füllmenge: 1,2 mm x-Höhe genügen für die Pflichtangaben, für die Nennfüllmenge am 250-g- und 500-g-Glas sind es 4 mm.
Stand: August 2026. Preise und Lieferzeiten sind Angaben der genannten Anbieter und können sich ändern. Dieser Beitrag gibt die Rechtslage nach bestem Wissen wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.